Optimales Palettieren für den Versand
Waren richtig packen und sichern
Paletten ermöglichen es, mehrere Kartons, schwere Bauteile oder großformatige Waren zu einer gemeinsamen Ladeeinheit zusammenzufassen. Dadurch lassen sich Sendungen mit Hubwagen oder Gabelstapler bewegen, effizient verladen und geordnet im Fahrzeug transportieren.
Damit dieser Vorteil nicht zum Risiko wird, muss die Ware fachgerecht palettiert werden. Es reicht nicht, Packstücke auf einen Ladungsträger zu stellen und anschließend mit Stretchfolie zu umwickeln. Palette, Verpackung, Warenaufbau und Sicherungsmittel müssen zusammen eine belastbare Einheit bilden.
Fehler beim Palettieren können zu Beschädigungen, Verzögerungen, Zusatzkosten oder zu Ablehnung der Sendung führen. Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie Ihre Ware für den Speditionsversand richtig vorbereiten – von der Auswahl der Palette bis zur abschließenden Kontrolle vor der Abholung.
Das Wichtigste in Kürze!
Eine transportsichere Palettensendung erfüllt fünf grundlegende Anforderungen:
- Die Palette passt zur Größe, Gewicht und Form der Ware.
- Sämtliche Packstücke stehen vollständig innerhalb der Palettenfläche.
- Schwere Waren befinden sich unten, leichte und empfindliche Produkte oben.
- Die Ware ist fest mit der Palette verbunden.
- Die fertige Ladeeinheit ist kompakt, stabil und sicher unterfahrbar.
Stretchfolie allein kann einen fehlerhaften Aufbau nicht ausgleichen. Die sichere Palettierung beginnt bereits bei der Verpackung der einzelnen Produkte.
Warum Palettensendungen anders vorbereitet werden müssen als Pakete
Wie oft eine Palettensendung bewegt und umgeschlagen wird, hängt von der gewählten Versandart ab.
Besonders im Stückgutverkehr durchläuft eine Sendung in der Regel mehrere Stationen. Nach der Abholung wird sie zu einem regionalen Umschlagdepot gebracht, dort für den Hauptlauf verladen und am Empfangsdepot erneut für die Zustellung bereitgestellt.
Dabei kann die Ladeeinheit mehrfach:
- mit einem Hubwagen oder Gabelstapler aufgenommen,
- abgesetzt und neu positioniert,
- mit anderen Sendungen zusammen verladen,
- beim Anfahren, Bremsen und in Kurven belastet werden.
Hinzu kommen Erschütterungen während der Fahrt sowie mögliche Stöße beim Umschlag.
Bei einer Teilpartie oder einem LTL-Transport kann der Ablauf direkter sein. Je nach Route und Organisation wird die Ware mit weniger Zwischenstopps transportiert. Umschläge sind bei solchen Transporten jedoch nicht grundsätzlich ausgeschlossen.
Vier Belastungen während des Transports
Beim Paketversand trägt der Karton einen wesentlichen Beitrag zum Produktschutz bei. Beim Palettenversand muss dagegen der gesamte Aufbau zusammenhalten: Ladungsträger, Packstücke und Sicherungsmittel bilden eine gemeinsame Ladeeinheit.
Eine Palettensendung muss mehreren Einflüssen standhalten:
Druck
Die unteren Kartons tragen das Gewicht der darüberliegenden Warenlagen. Ist die Palette stapelfähig, kann zusätzlich eine weitere Ladeeinheit darauf aufgesetzt werden.
Stöße
Beim Aufnehmen, Absetzen und Rangieren können Kräfte auf die Kanten und Seiten der Sendung einwirken.
Erschütterungen
Fahrbewegungen und wiederholte Umschläge können dazu führen, dass Packstücke langsam wandern oder Sicherungsmittel nachgeben.
Umgebungseinflüsse
Feuchtigkeit, Staub sowie hohe oder niedrige Temperaturen können Verpackungen und Produkte zusätzlich beanspruchen.
Wer ist für Verpackung und Ladungssicherung verantwortlich?
Bei Transportschäden ist entscheidend, wodurch der Schaden entstanden ist. Deshalb muss zwischen der beförderungssicheren Vorbereitung der Sendung und der Sicherung im Fahrzeug unterschieden werden.
Beförderungssichere Verpackung durch den Versender
Der Versender muss die Ware grundsätzlich so verpacken und auf der Palette befestigen, dass sie den üblichen Belastungen des vorgesehenen Transportwegs standhält.
Dazu gehören:
- eine geeignete Produktverpackung,
- ein stabiler Aufbau auf der Palette,
- die Sicherung gegen Verrutschen und Umfallen,
- eine belastbare Verbindung zwischen Ware und Ladungsträger.
Löst sich beispielsweise ein vollständig umwickelter Kartonblock von der Palette, weil die Folie nicht mit dem Ladungsträger verbunden wurde, kann die Sicherung der Palette im Fahrzeug diesen Mangel nicht ausgleichen.
Ladungssicherung im Fahrzeug
Der Frachtführer ist im Rahmen seiner Verantwortlichkeit dafür zuständig, die übernommene Sendung im Fahrzeug ordnungsgemäß zu positionieren und zu sichern. Dazu gehören je nach Transport unter anderem die Verteilung im Laderaum, die Sicherung gegen Bewegung sowie die betriebliche Sicherheit des Fahrzeugs.
Wer im Schadensfall verantwortlich ist, hängt von der konkreten Ursache, der Aufgabenverteilung bei der Verladung sowie den vertraglichen Vereinbarungen ab. Eine pauschale Zuordnung der Haftung an den Absender oder den Frachtführer ist daher nicht möglich.
Entsteht ein Schaden nachweislich durch eine ungeeignete Verpackung oder eine instabile Ladeeinheit, können Schadensersatzansprüche des Versenders eingeschränkt sein oder scheitern.
Der gedankliche Vollbremsungstest
Eine hilfreiche Kontrollfrage lautet:
Bleibt die gesamte Ladung auch bei einer starken Bremsung sicher auf der Palette, ohne dass einzelne Packstücke verrutschen?
Eine Vollbremsung lässt sich bei der Versandvorbereitung nicht simulieren. Bewegen sich einzelne Packstücke jedoch bereits bei leichtem seitlichem Druck, muss die Sicherung verbessert werden.
Die passende Palette wählen
Nicht die gerade verfügbare Palette sollte bestimmen, wie die Ware gepackt wird. Der Ladungsträger muss sich nach den Abmessungen, dem Gewicht, der Form und dem Bestimmungsland der Sendung richten.
Palettentyp | Übliche Abmessungen | Typischer Einsatz |
Europalette | 1.200 × 800 mm | Standardisierte Waren und Mehrwegkreisläufe |
Industriepalette | 1.200 × 1.000 mm | Breitere Waren und Industriegüter |
Halbpalette | 800 × 600 mm | Kleine und kompakte Sendungen |
Einwegpalette | Unterschiedlich | Einmalige Transporte ohne Rückführung |
Kunststoffpalette | Unterschiedlich | Feuchtigkeit und Hygieneanforderungen |
Sonderpalette | Nach Warenmaß | Maschinen, Langgut und Sonderformen |
Europaletten sind genormte Mehrwegpaletten mit festgelegten Abmessungen, Bauteilen und Kennzeichnungen. Sie können wiederholt verwendet und im Palettentausch eingesetzt werden, sofern sie unbeschädigt, tragfähig und tauschfähig sind. Ein automatischer Tausch ist damit jedoch nicht verbunden, sondern muss Bestandteil der jeweiligen Vereinbarung sein.
Einwegpaletten sind nicht für einen Tausch- oder Rückführkreislauf vorgesehen. Sie werden für einen einmaligen Transport eingesetzt und verbleiben anschließend beim Empfänger. Die Bezeichnung „Einwegpalette“ sagt jedoch nichts Verlässliches über ihre Belastbarkeit aus. Entscheidend sind Konstruktion, Material und Herstellerangaben.
Kunststoffpaletten können sinnvoll sein, wenn ein feuchtigkeitsunempfindlicher und gut zu reinigender Ladungsträger benötigt wird. Ob sie die jeweiligen Hygieneanforderungen erfüllen, hängt jedoch von ihrer Bauweise, ihrem Zustand und den Vorgaben der jeweiligen Branche ab.
Paletten, aus verarbeitetem Holzwerkstoff wie Pressholz oder Sperrholz, fallen grundsätzlich nicht unter die Behandlungspflicht nach ISPM 15. Sie können daher bei bestimmten Exporten eine Alternative zu Vollholzpaletten darstellen. Vor dem Versand müssen dennoch die Einfuhrbestimmungen des Ziel- und möglicher Transitländer geprüft werden.
Statische, dynamische und Regallast
Bei der Belastbarkeit werden häufig drei Werte unterschieden:
- Statische Tragfähigkeit: Die Palette steht vollständig auf einem ebenen Boden.
- Dynamische Tragfähigkeit: Die Palette wird angehoben und bewegt.
- Regallast: Die Palette liegt nur auf bestimmten Punkten oder Kanten eines Regals auf.
Eine Palette kann auf dem Boden eine hohe Last tragen und sich beim Anheben oder bei punktueller Auflage dennoch verformen. Besonders bei Maschinen, Metallteilen oder schweren Behältern ist deshalb zu prüfen, wie das Gewicht auf die Bretter und Klötze übertragen wird.
Zustand der Palette kontrollieren
Vor dem Beladen muss die Palette von allen Seiten geprüft werden.
Nicht verwendet werden sollten Paletten mit:
- gebrochenen oder fehlenden Brettern,
- beschädigten oder fehlenden Klötzen,
- hervorstehenden Nägeln,
- morschem oder stark gesplittertem Holz,
- deutlichen Verformungen,
- starker Nässe oder Verschmutzung.
Beschädigte Paletten dürfen nicht verwendet werden, da Folie oder Umreifungsbänder konstruktive Mängel nicht ausgleichen können. Vor der Beladung muss geprüft werden, ob die Palette sauber, tragfähig und ohne Einschränkungen unterfahrbar ist.
Paletten für den Export
Beim internationalen Versand von Waren auf Vollholzpaletten ist zu prüfen, ob das Ziel- oder ein Transitland die Vorgaben des ISPM 15 anwendet. Ist dies der Fall, muss das Verpackungsholz nach einem zugelassenen Verfahren behandelt und mit einer gültigen IPPC-Kennzeichnung versehen werden. Diese Kennzeichnung darf nur von einem dafür autorisierten Betrieb angebracht werden.
Paletten, die vollständig aus verarbeitetem Holzwerkstoff wie Pressholz oder Sperrholz bestehen, sind grundsätzlich von den Vorgaben des ISPM 15 ausgenommen. Unabhängig vom verwendeten Material sollten vor dem Versand die konkreten Einfuhrbestimmungen aller beteiligten Länder geprüft werden.
Die wichtigste Regel: kein Überstand
Kartons, Kisten und Bauteile müssen vollständig innerhalb der Palettengrundfläche stehen. Bereits wenige Zentimeter Überstand erhöhen das Beschädigungsrisiko erheblich.
Überstehende Ware kann:
- gegen andere Ladeeinheiten oder Fahrzeugteile stoßen,
- an Regalen oder Begrenzungen hängen bleiben,
- von einer Staplergabel getroffen werden,
- eingedrückt, aufgerissen oder verbogen werden,
- zusätzliche Kosten verursachen,
- im Einzelfall nicht angenommen werden.
Besonders gefährdet sind Kartonecken, empfindliche Platten, Verkleidungen sowie hervorstehende Maschinenteile.
Auch eine zu kleine Auflagefläche ist problematisch
Ein schweres Produkt kann innerhalb der Palettenfläche stehen und dennoch falsch aufliegen. Ruht das Gewicht nur auf einem Brett oder auf wenigen kleinen Punkten, entstehen hohe Punktlasten.
Geeignete Lastverteilungsplatten, Kanthölzer oder passgenaue Unterkonstruktionen verteilen das Gewicht auf mehrere tragende Bereiche.
Passt die Ware nicht auf die vorhandene Palette, sollte eine größere Palette, eine Sonderpalette, ein Verschlag oder eine Transportkiste verwendet werden. Die Ware einfach überstehen zu lassen, ist keine sichere Lösung.
Langgut richtig vorbereiten
Profile, Rohre, Schienen oder Auspuffanlagen passen häufig nicht auf eine Standardpalette. Sie benötigen einen ausreichend langen Ladungsträger oder eine geeignete Sonderkonstruktion.
Langgut sollte:
- über eine ausreichende Länge unterstützt werden,
- gegen seitliches Verschieben gesichert sein,
- an empfindlichen Enden geschützt werden,
- sicher unterfahrbar bleiben.
Je nach tatsächlichen Außenmaßen kann ein Überlängen- oder Sperrgutzuschlag anfallen. Bei regelmäßig versendeten Langgütern kann sich eine speziell angefertigte, wiederverwendbare Konstruktion lohnen.
Waren richtig auf der Palette anordnen und stapeln
Ein stabiler Warenaufbau beginnt mit der Gewichtsverteilung. Schwere Packstücke gehören nach unten, leichte und empfindliche nach oben.
Der Schwerpunkt sollte möglichst tief und nahe der Mitte der Palette liegen. Eine einseitige Belastung erschwert das Anheben und erhöht die Kippgefahr.
In 5 Schritten zu einem stabilen Aufbau
Schwere und formstabile Ware unten anordnen.
Gewicht gleichmäßig über die Palettenfläche verteilen.
Leichte und empfindliche Packstücke nach oben setzen.
Hohlräume und Höhenunterschiede ausgleichen.
Eine möglichst ebene und belastbare Oberseite herstellen.
Säulen- oder Verbundstapelung?
Bei einer Säulenstapelung stehen gleich große Kartons Lage für Lage direkt übereinander. Die stabilen Kartonecken bilden senkrechte Linien. Das kann eine hohe Druckfestigkeit ermöglichen, während die einzelnen Säulen seitlich nur wenig miteinander verbunden sind.
Bei einer Verbundstapelung werden die Kartons versetzt angeordnet. Der Aufbau ähnelt einer Ziegelmauer und erhöht so die seitliche Stabilität. Je nach Kartonart kann dadurch jedoch die Druckfestigkeit sinken.
Welche stapelweise geeignet ist, hängt von der Kartonqualität, dem Inhalt, dem Warengewicht und der Anzahl der Lagen ab. Entscheidend ist, dass die fertige Palette gerade Seiten besitzt und sich nicht verformt.
Zwischenlagen und Hohlräume
Zwischenlagen aus stabiler Wellpappe, Sperrholz oder geeignetem Antirutschmaterial können:
- Lasten gleichmäßiger verteilen,
- Höhenunterschiede ausgleichen,
- empfindliche Oberflächen schützen,
- das Verrutschen zwischen den Lagen zu reduzieren.
Freie Zwischenräume sollten mit ausreichend belastbarem Material geschlossen werden. Ein Füllstoff, der sich unter geringem Druck zusammendrückt, stabilisiert eine schwere Ladeeinheit nicht.
Bei gemischten Paletten sollten ähnliche Waren möglichst zusammengefasst werden. Schwere Güter dürfen nicht auf druckempfindlichen Kartons stehen. Scharfkantige Bauteile müssen von empfindlichen Produkten getrennt und geschützt werden.
Keine Pyramiden- oder Bauchform
Die fertige Palette sollte wie ein kompakter Block wirken:
- gerade Seiten,
- ebene Oberseite,
- kein Überstand,
- keine losen Einzelteile,
- keine großen Hohlräume.Eine Pyramidenform bietet den oberen Packstücken kaum seitlichen Halt. Eine bauchige Form deutet darauf hin, dass die unteren Kartons überlastet sind oder nicht ausreichend druckfest sind.
Beide Probleme lassen sich nicht durch besonders festes Wickeln oder Spannen der Gurte beheben. Der Aufbau muss korrigiert oder die Anzahl der Lagen reduziert werden.
Sichern mit Kraftschluss und Formschluss
Nach dem Aufbau müssen Ware und Palette zu einer gemeinsamen Ladeeinheit verbunden werden. Dabei kommen kraftschlüssige und formschlüssige Maßnahmen zum Einsatz.
Kraftschluss
Formschluss
Begrenzt Bewegungen durch Reibung und Anpresskraft. Dazu gehören Antirutschmatten, Umreifungsbänder und Zurrmittel.
Verhindert Bewegungen durch feste Begrenzungen. Beispiele sind Rahmen, Klötze, Anschläge, Kisten oder Verschraubungen.
Bei schweren oder unregelmäßig geformten Gütern ist häufig eine Kombination aus beiden Sicherungsarten erforderlich.
| Sicherungsmittel | Geeignet für | Wichtiger Hinweis |
| Stretchfolie | Kartons und leichtere Packstücke | Muss Ware und Palette verbinden |
| Umreifungsband | Kartons und kompakte Güter | Mit Kantenschutz verwenden |
| Antirutschmaterial | Palette und einzelne Warenlagen | Ersetzt keine feste Befestigung |
| Zurrgurte | Schwere, formstabile Güter | Nur an belastbaren Punkten ansetzen |
| Verschraubung | Maschinen und Aggregate | Unterbau und Befestigung müssen tragfähig sein |
| Schrumpfhaube | Schutz vor Staub und Feuchtigkeit | Keine eigenständige Ladungssicherung |
Stretchfolie richtig einsetzen
Wird die Folie nur um die Ware gewickelt, fehlt die feste Verbindung zur Palette. Der gesamte Warenstapel kann dadurch während des Transports vom Ladungsträger rutschen.
Die Wicklung sollte deshalb im unteren Bereich beginnen:
- Folie an der Palette ansetzen.
- Palette und unterste Warenlage miteinander verbinden.
- Den unteren Bereich mit mehreren Wicklungen stabilisieren.
- Die Folie mit ausreichender Überlappung nach oben führen.
- Bei leichter Ware eine Kreuz- oder Niederhaltewicklung über der Oberseite einsetzen.
- Abschließend prüfen, ob der Warenblock tatsächlich mit der Palette verbunden ist.
Wie viele Folienlagen erforderlich sind, hängt von der Folienstärke, der Vorstreckung, dem Warengewicht, der Stapelhöhe und der Form der Ladeeinheit ab.
Mehrere gleichmäßig gespannte, überlappende Bahnen können die Haltekraft besser verteilen als eine einzelne lose Wicklung. Zu stark gespannte Folie kann Kartons jedoch eindrücken.
Stretchfolie sollte einen bereits stabilen Aufbau sichern und nicht versuchen, einen fehlerhaften Stapel in Form zu pressen.
Umreifungsbänder und Kantenschutz
Umreifungsbänder aus PET oder PP verstärken die Verbindung zwischen Ware und Palette, indem sie den gesamten Warenstapel gemeinsam mit dem Ladungsträger umschließen.
An Ecken und scharfen Kanten sollte zusätzlich Kantenschutz eingesetzt werden, damit sich der Druck gleichmäßig verteilt und weder die Verpackung noch das Band beschädigt werden.
Antirutschmatten
Antirutschmatten erhöhen die Reibung zwischen Palette und Ware und können zusätzlich zwischen einzelnen Lagen eingesetzt werden, um ein Verrutschen zu verhindern. Voraussetzung für ihre Wirksamkeit ist, dass sie sauber, trocken, ausreichend groß und für die jeweilige Belastung geeignet sind.
Sie unterstützen die Ladungssicherung, ersetzen jedoch keine feste Verbindung zwischen Ware und Palette.
Zurrgurte und feste Befestigungen
Zurrgurte eignen sich vor allem für schwere, kompakte und formstabile Güter, sofern sie an ausreichend belastbaren Befestigungspunkten angesetzt und über scharfe Kanten mit geeignetem Kantenschutz geführt werden.
Bei Motoren, Getrieben und Maschinen sind häufig zusätzliche Sicherungsmaßnahmen erforderlich, beispielsweise Verschraubungen, Holzrahmen, Klötze, Anschläge, stabile Aufnahmen oder eine vollständige Verpackung in Kisten beziehungsweise Verschlägen. Schwere Aggregate lediglich auf die Palette zu stellen und mit Folie zu umwickeln, bietet dagegen keine ausreichende Sicherung.
Schutz vor Feuchtigkeit und Witterung
Schrumpf- und Abdeckhauben schützen die Ladeeinheit vor Staub, Schmutz und leichter Feuchtigkeit, übernehmen jedoch keine Funktion bei der eigentlichen Ladungssicherung.
Sie sollten daher nur ergänzend eingesetzt werden, denn ein instabiler Aufbau wird auch durch eine geschlossene Haube nicht transportsicher.
Welche Maße und Gewichtsangaben für die Buchung wichtig sind
Für die Buchung werden immer die tatsächlichen Außenmaße der fertig verpackten Ladeeinheit benötigt.
Gemessen werden:
- Länge einschließlich Verpackung und Sicherung,
- Breite einschließlich Kantenschutz,
- Höhe einschließlich Palette und Deckplatte,
- Bruttogewicht einschließlich Palette und Verpackungsmaterial.
Nicht die Abmessungen der unverpackten Ware sind entscheidend, sondern die vollständige Ladeeinheit.
Höhen- und Gewichtsgrenzen
Einheitliche Höchstwerte für sämtliche Speditionssendungen gibt es nicht. Die zulässigen Maße und Gewichte können je nach Transportart, Fahrzeug, Zielregion und erforderlicher Handhabung abweichen.
Ungewöhnlich hohe, breite, lange oder schwere Sendungen sollten deshalb bereits vor der Buchung geprüft werden.
Volumengewicht und Laderaum
Nicht immer entscheidet allein das tatsächliche Gewicht über den Versandpreis. Je nach Transportangebot können auch Volumen, Lademeter oder andere Umrechnungswerte berücksichtigt werden.
Eine leichte, aber hohe und nicht stapelfähige Palette kann deshalb mehr Laderaum beanspruchen als eine kompakte Sendung mit höherem Gewicht.
Wann gilt eine Sendung als Sperrgut?
Als Sperr- oder Langgut können Sendungen eingestuft werden, die:
- bestimmte Standardmaße überschreiten,
- eine unregelmäßige Form besitzen,
- nicht regulär unterfahrbar sind,
- besondere Umschlagmittel erfordern,
- nicht in den üblichen Transportablauf passen.
Die genauen Grenzwerte hängen vom jeweiligen Versandangebot ab.
Eine hohe oder zwei niedrige Paletten?
Zwei niedrigere Paletten können sinnvoll sein, wenn sich das Gewicht dadurch gleichmäßiger verteilen lässt, die Tragfähigkeit einer einzelnen Palette sonst überschritten würde oder ein stabilerer Aufbau entsteht.
Lassen sich beide Ladeeinheiten sicher stapeln, benötigen sie nur eine Stellfläche. Dabei müssen jedoch die zulässige Auflast der unteren Palette, das Gewicht beider Ladeeinheiten und die maximale Gesamthöhe berücksichtigt werden.
Ist keine Stapelung möglich, beansprucht jede Palette eine eigene Stellfläche, wodurch der Laderaumbedarf und gegebenenfalls auch die Transportkosten steigen. Das Gesamtgewicht der Sendung verändert sich durch die Aufteilung nicht.
Verglichen werden sollten deshalb:
- Grundfläche
- Gesamthöhe
- Bruttogewicht
- Stapelfähigkeit
- berechnete Lademeter
- tatsächlicher Versandpreis
Palettensendungen richtig kennzeichnen und beschriften
Versandetiketten müssen während des gesamten Transportwegs sichtbar und lesbar bleiben. Sie sollten auf einer glatten, senkrechten Fläche befestigt werden.
Eine Kennzeichnung auf mindestens zwei Seiten, möglichst auf den Längsseiten, kann die Zuordnung beim Umschlag erleichtern.
Alte Etiketten vollständig entfernen
Alte Versandaufkleber, Adressen und Barcodes müssen entfernt oder dauerhaft unlesbar gemacht werden. Mehrere sichtbare Kennzeichnungen können zu Fehlinterpretationen führen.
Etikett unter oder auf der Folie?
In der Praxis wird die Palette meist zunächst vollständig gesichert. Anschließend wird das aktuelle Versandetikett außen auf einer glatten Folienfläche angebracht.
Dabei ist zu beachten:
- Die Folie muss sauber und trocken sein.
- Das Etikett darf nicht auf stark gefaltete Bereiche aufgebracht werden.
- Umreifungsbänder dürfen den Barcode nicht verdecken.
- Bei schlechter Klebehaftung ist eine transparente Dokumententasche sinnvoll.
Wird ein Etikett unter transparenter Folie angebracht, dürfen Falten, Reflexionen oder mehrere Folienlagen die Lesbarkeit nicht beeinträchtigen.
Mehrere Packstücke eindeutig nummerieren
Besteht eine Sendung aus mehreren Paletten, sollte jede Ladeeinheit nummeriert werden:
- 1 von 3
- 2 von 3
- 3 von 3
So lässt sich bei Abholung, Umschlag und Zustellung schneller erkennen, ob die Sendung vollständig ist.
Handhabungssymbole und Packliste
Hinweise wie „Nicht stapeln“, „Oben“, „Zerbrechlich“ oder „Vor Nässe schützen“ können die richtige Behandlung unterstützen. Sie ersetzen jedoch keine geeignete Verpackung.
Packlisten und Begleitpapiere sollten in einer wetterfesten Dokumententasche außen angebracht werden, ohne das Versandetikett zu verdecken.
Bei Gefahrgut sind die vorgeschriebenen Kennzeichnungen, Verpackungen und Begleitdokumente zu verwenden.
Spezialgüter sicher auf der Palette befestigen
Nicht jede Ware lässt sich nach demselben Schema palettieren. Entscheidend sind Gewicht, Form, Empfindlichkeit und mögliche Rückstände.
Maschinen & schwere Aggregate
Motoren, Getriebe und Maschinen benötigen eine tragfähige Unterkonstruktion sowie einen tiefen, möglichst mittigen Schwerpunkt. Verschraubungen, Rahmen oder Anschläge verhindern Bewegungen auf der Palette. Kranösen und vorgesehene Anschlagpunkte müssen frei zugänglich bleiben.
Ölhaltige Teile
Öffnungen, Leitungen und Anschlüsse sind sicher zu verschließen. Soweit technisch möglich, sollten Flüssigkeiten vor dem Versand entfernt werden. Ölbindevlies, Auffangwannen und flüssigkeitsdichte Innenverpackungen schützen vor austretenden Rückständen. Die Folierung darf die Einfahröffnungen der Palette nicht blockieren.
Platten und flächige Bauteile
Platten, Verkleidungen und ähnliche Waren sollten möglichst flach und vollflächig aufliegen. Zwischenlagen schützen vor Kratzern, Scheuerstellen und punktuellem Druck. Eine hochkant stehende Beförderung ist nur mit einem geeigneten Gestell sinnvoll.
Glas und empfindliche Module
Glas, Scheiben und Module benötigen stabile Rahmen oder Transportgestelle. Kantenschutz, Polsterungen sowie Kipp- und Stoßindikatoren können den Schutz ergänzen, ersetzen jedoch keine transportsichere Verpackung.
Hochwertige Kleinteile
Kleine, wertvolle Waren sollten blickdicht verpackt und in verschlossenen Kartons oder Behältern zusammengefasst werden. Dadurch sinkt das Risiko von Verlust und unbefugtem Zugriff.
Werkseitig palettierte Ware
Herstellerseitige Verpackungen, Halterungen und Sicherungen sollten nicht grundlos verändert werden. Vor dem Versand ist dennoch zu prüfen, ob die Palette unbeschädigt, stabil, sicher unterfahrbar und für den vorgesehenen Transport geeignet ist.
Prüfen, dokumentieren und Schäden korrekt vermerken
Vor der Übergabe muss die fertige Ladeeinheit noch einmal vollständig geprüft werden.
Vorsichtige Stabilitätsprüfung: Wenn dies gefahrlos möglich ist, kann durch leichtes Drücken geprüft werden, ob sich Kartons oder Bauteile innerhalb der Ladeeinheit bewegen.
Schwere oder kippgefährdete Paletten dürfen nicht versuchsweise angeschoben oder gekippt werden.
Wir haben Ihnen für die Prüfung eine detaillierte Checkliste mit allen wichtigen Kontrollpunkten erstellt.
Fotodokumentation vor der Übergabe: Fotografieren Sie die fertige Palette möglichst von allen vier Seiten sowie von oben. Zusätzliche Aufnahmen sollten zeigen:
- Zustand der Palette,
- Befestigungspunkte,
- Umreifungen und Kantenschutz,
- Versandetiketten,
- empfindliche Warenbereiche,
- gegebenenfalls Typen- oder Seriennummern.
Fotos beweisen nicht automatisch, dass eine Palette fachgerecht gesichert war. Sie dokumentieren jedoch den Zustand unmittelbar vor der Übergabe und können bei einer späteren Schadenklärung hilfreich sein.
Ablieferbeleg und Vorbehalt: Werden bei der Zustellung äußerlich erkennbare Schäden festgestellt, sollten diese möglichst konkret auf dem Ablieferbeleg vermerkt werden.
Ein pauschaler Vermerk wie „Annahme unter Vorbehalt“ ist wenig aussagekräftig. Besser ist eine genaue Beschreibung, beispielsweise:
Stretchfolie eingerissen, zwei Kartons an der rechten Palettenseite eingedrückt.
Der Schaden sollte zusätzlich fotografiert und zeitnah gemeldet werden.
Die 10 häufigsten Fehler beim Palettieren
1. Die Stretchfolie wird nicht mit der Palette verbunden
Wird lediglich der Warenstapel umwickelt, fehlt die feste Verbindung zum Ladungsträger. Die Folie muss deshalb im unteren Bereich so geführt werden, dass sie sowohl die Palette als auch die unterste Warenlage sicher umfasst.
2. Die Ware ragt über den Palettenrand hinaus
Überstehende Kartons oder Bauteile sind beim Umschlag besonders gefährdet, da sie mit anderen Sendungen, der Umschlagtechnik oder Begrenzungen im Laderaum in Kontakt kommen können.
3. Die Palette wird pyramidenförmig aufgebaut
Einzelne Packstücke auf der Oberseite bieten nur wenig seitlichen Halt und können leichter verrutschen oder herunterfallen. Gleichzeitig verhindert eine unebene Oberseite häufig, dass die Palette gestapelt werden kann.
4. Alte Etiketten und Barcodes bleiben sichtbar
Mehrere Adressen, Versandetiketten oder Barcodes können zu Fehlleitungen und Verzögerungen führen. Alte Kennzeichnungen müssen daher vollständig entfernt oder dauerhaft unlesbar gemacht werden.
5. Eine beschädigte Palette wird weiterverwendet
Gebrochene Bretter, fehlende Klötze oder hervorstehende Nägel beeinträchtigen die Tragfähigkeit und können sowohl die Ware als auch Personen und Umschlaggeräte gefährden.
6. Schwere Güter werden nur mit Folie gesichert
Maschinen, Behälter und andere schwere Einzelgüter lassen sich nicht allein durch Stretchfolie zuverlässig auf der Palette befestigen. Je nach Ware sind zusätzlich Umreifungen, Verschraubungen, Anschläge, Rahmen oder andere formschlüssige Sicherungen erforderlich.
7. Hohlräume innerhalb des Stapels bleiben offen
Freie Zwischenräume ermöglichen Bewegungen zwischen den Packstücken. Beim Bremsen, Beschleunigen oder bei Kurvenfahrten können sich die Waren innerhalb des Stapels verschieben, sodass die Ladeeinheit an Form und Stabilität verliert.
8. Umreifungsbänder werden ohne Kantenschutz verwendet
Ohne Kantenschutz können gespannte Bänder Kartons eindrücken, empfindliche Oberflächen beschädigen oder an scharfen Kanten scheuern und reißen.
9. Die Stapelfähigkeit wird falsch angegeben
Wird eine nicht stapelfähige Palette als stapelbar gemeldet, kann aufgesetzte Ware die Verpackung oder den Inhalt beschädigen. Eine unnötige Kennzeichnung als nicht stapelfähig kann dagegen zu einem höheren Laderaumbedarf und zusätzlichen Kosten führen.
10. Das Gewicht wird ungleichmäßig verteilt
Einseitig platzierte oder nicht ausreichend abgestützte schwere Waren führen zu einer ungünstigen Schwerpunktlage und können einzelne Bauteile der Palette überlasten. Das Gewicht sollte deshalb möglichst gleichmäßig verteilt werden, wobei schwere Packstücke im unteren und möglichst mittigen Bereich anzuordnen sind.
Sicher palettieren beginnt beim richtigen Aufbau
Eine sichere Palettensendung entsteht durch mehrere aufeinander abgestimmte Schritte. Zunächst benötigen Sie eine geeignete und unbeschädigte Palette. Anschließend werden die Waren kompakt, gleichmäßig und ohne Überstand angeordnet.
Schwere Güter gehören nach unten, der Schwerpunkt möglichst in die Mitte. Hohlräume müssen geschlossen, empfindliche Oberflächen geschützt und alle Packstücke fest mit dem Ladungsträger verbunden werden.
Stretchfolie, Umreifungsbänder, Antirutschmaterialien und feste Befestigungen erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Je nach Ware kann eine Kombination mehrerer Sicherungsmittel erforderlich sein.
Vor der Abholung sollten die Außenmaße, das Bruttogewicht und die Stapelfähigkeit geprüft werden. Eine abschließende Sichtkontrolle und eine Fotodokumentation helfen, Fehler rechtzeitig zu erkennen und den Übergabezustand festzuhalten.
Über den Versandrechner von Cargo International können Sie die Daten Ihrer fertig verpackten Palettensendung eingeben, passende Transportmöglichkeiten prüfen und den Versand online buchen.